Stauffenegger + Stutz

Einleitung

Vom Bundesplatz bis Shanghai Christian Stauffenegger und Ruedi Stutz haben vor zwanzig Jahren das gemeinsame Büro gegründet. Das war kein Zufall. Schon als Diplomarbeit an der Höheren Schule für Gestaltung Basel reichten sie eine gemeinsame Arbeit ein mit dem Titel „1. August, ein Ereignis in den Medien“, die als Ausstellung im Museum für Gestaltung zu besichtigen war.

Zwei Aspekte waren aussergewöhnlich. Die verantwortlichen Behörden waren irritiert, weil sie in der ersten Diplom-Teamarbeit den Anteil der „Hände“ nicht eruieren konnten. Es brauchte einige Überzeugungskraft, bis ihr Studium als abgeschlossen anerkannt wurde. Zum anderen konzipierten sie eine Ausstellung zum Thema Alltagskultur. Damit steckten sie bereits das weite Feld „Design“ ab, das sie in den kommenden Jahren bestellen würden. Die vielfältigen Anfragen und Aufträge, mit denen sie konfrontiert werden, betreffen verschiedene Bereiche: von der Gestaltung von Ausstellungen über Eingriffe im öffentlichem Raum, Fragen der Grafik und Signaletik bis zum Webdesign. Ob es sich um die Gestaltung des Bundesplatzes in Bern, eine Dauerausstellung oder einen Pavillon für Shanghai handelt – ob es ein Plakat oder Buch zu entwerfen gilt: Immer bleiben sie ihrer Grundhaltung treu, die nicht zwischen hoher und Alltagskultur unterscheidet. Es geht ihnen um die jeweils angemessene Antwort auf die Bedürfnisse ihrer Auftraggeber.

Die Zusammenarbeit mit Stauffenegger + Stutz – sowohl beim Projekt „Il Kalender d’architecture“, das 1998 in eine Ausstellung im Schweizerischen Architekturmuseum mündete, als auch bei der Gestaltung des Katalogs zu Melchior Berris Werk 2001 – war für mich immer eine stimulierende Erfahrung.

Dr. Ulrike Jehle-Schulte Strathaus
Gründungsdirektorin des Schweizerischen Architekturmuseums